Auerbergtunnel als Ausdruck falscher Verkehrspolitik

Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen.

BN sieht keine Chance auf eine erfolgreiche Klage

21.10.2019

"Auch im Verkehrsbereich muss endlich Klimaschutz betrieben werden. Daher fordern wir Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, alle Straßenneubauprojekte zu stoppen und die Projekte des Bundesverkehrswegeplans unter Klimaschutzgesichtspunkten neu zu bewerten. Dieses Straßenbaumoratorium muss auch den geplanten Auerbergtunnel umfassen", kommentiert der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner den Planfeststellungsbeschluss zum B2 Ausbau zwischen Eschenlohe und Oberau.

"Wir lehnen den Auerbergtunnel grundsätzlich ab, weil er den Weg für noch mehr Autos in das Loisachtal öffnet. Mensch und Natur sind die Leidtragenden", erklärt Axel Doering, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen. "Trotzdem werden wir auf eine Klage verzichten, weil es auf dem Klageweg nach aktueller Gesetzgebung und Rechtsprechung nahezu aussichtslos ist, eine falsche Verkehrspolitik zu korrigieren."

Der Auerbergtunnel ist nur ein Mosaikstein einer Straßenbauorgie im Loisachtal. Neben dem in Bau befindlichen Kramertunnel und der Tunnelumfahrung von Oberau ist auch ein Wanktunnel geplant. Zusätzlich wird derzeit auch noch ein neuer Anschluss der B23 an die B2 geplant.

Der BUND Naturschutz hat den Auerbergtunnel grundsätzlich abgelehnt, weil durch den Bau die Pförtnerfunktion des Autobahnendes bei Eschenlohe verloren geht und das Loisachtal mit noch größeren Blechlawinen fluten wird. Für den notwendigen Ausbau der parallel laufenden Bahnlinie ist dagegen leider kein Geld im Bundesverkehrswegeplan eingestellt. Der BN kritisiert diese falsche Verkehrspolitik aufs schärfste.

Thomas Frey, BN-Regionalreferent
thomas.frey@bund-naturschutz.de

Biodiversität in ungenutzten Wäldern

Seit Tausenden von Jahren nutzt der Mensch in Mitteleuropa die Ressource Holz und hat den Wald auf ca. ein Drittel seiner Fläche zurückgedrängt. In diesen verbliebenen Wäldern hat intensive Forstwirtschaft dazu geführt, dass heutzutage sehr viele Arten, welche an alte Bäume und Totholz gebunden sind, auf den Roten Listen stehen und in genutzten Wäldern fehlen.

 

Dr. Claus Bässler forscht seit vielen Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald, in dem seit nunmehr über 40 Jahren die forstliche Nutzung ruht. In dieser Zeit unterlagen die Wälder des Parks einer starken Dynamik durch Windwürfe und Borkenkäfer. Das großflächige Absterben der älteren Fichtenbestände entfachte eine intensive emotionale Diskussion bis hin zu Vorwürfen, die Strategie „Natur Natur sein lassen“ führe zu einer „ökologischen Wüste“. Am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald wird Dr. Bässler in seinem Vortrag "Biodiversität in ungenutzten Wäldern" beleuchten, welche Effekte das Naturschutzinstrument „Schutzgebiet“  auf die Entwicklung der Biodiversität hat.

 

 

 

Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky

Nachruf auf Ulrich Wotschikowsky
Am 30. August 2019 ist Ulrich Wotschikowsky nach langer schwerer Krankheit mit 79 Jahren verstorben.
„Der Wotsch“ fehlt uns, und das wird noch lange so bleiben. Ein Mann mit Herz und Verstand, ein Wildbiologe mit Leib und Seele, ein begnadeter Redner und ein Mann mit Rückgrat. Ein ausgewiesener Wolfsexperte, der dieses Tier unermüdlich gegen Missverständnisse und Unterstellungen verteidigte aber auch die Sorgen und Bedenken der Landwirte anhörte und ernst nahm. Er war immer um einefaktenbasierte, ehrliche Auseinandersetzung bemüht und ließ sich von niemanden vereinnahmen.


Er hat sich immer für ein gutes Miteinander von Mensch und Wildtier eingesetzt und es war ihm ein großes Anliegen, auch umstrittenen Wildtieren, wie dem Wolf, wieder einen Platz in unserer Kulturlandschaft einzuräumen. Auf die wiederholt gestellte Frage „Brauchen wir den Wolf?“ antwortete er sinngemäß „Wir brauchen auch keinen Enzian und kein Edelweiß und keine Opern und Kunstwerke. Aber die Welt wäre ärmer ohne sie. Außerdem, wie können wir es uns erlauben, die Schöpfung in Frage zu stellen?“, zitiert ihn sein Sohn.

Der Wotsch ist gegangen, nun wird der Wolf ohne ihn kommen müssen.
Ingrid Geiersberger

 

 

Auszeichnung "Grüner Engel"

In diesem Jahr ging die Auszeichnung "Grüner Engel" an Martin Kleiner aus Oberammergau.

 

Wir gratulieren recht herzlich!

26.08.2018

Seit 2011 vergibt das Bayerische Umweltministerium den "Grünen Engel". In diesem Jahr bekam ihn unser Geschäftsstellenleiter und Leiter der Ortsgruppe  "Oberes Ammertal" Martin Kleiner!

Wir finden, den hast Du wirklich verdient!