Wildkatzenmonitoring

Es ist wieder soweit: Im kommenden Winter wollen wir wieder nach Vorkommen der Wildkatzen in den Wäldern Südbayerns suchen!

Viele von euch waren vor fünf Jahren als Lockstockbetreuer dabei, als im Rahmen des damaligen Projekts Wildkatzensprung das erste große Monitoring lief. Damals konnten wir mit eurer tatkräftigen Unterstützung zwar nur in wenigen Gebieten Nachweise erbringen (u.a. Memminger Stadtwald), gehen aber seither davon aus, dass wir eine Wiederbesiedelung der südbayerischen Wälder durch die Wildkatze miterleben.

Umso spannender wird die Wiederholung der Untersuchung im nächsten Jahr! Hat die Wildkatze es geschafft, in neue Gebiete vorzudringen? Finden wir größere Dichten in den Wäldern mit bisherigen Einzelnachweisen?

Wir würden uns freuen, wenn wieder viele von euch das Projekt unterstützen und als Lockstockbetreuer mitmachen!

Wir werden wieder mehrere Einführungsveranstaltungen im Januar und Februar anbieten und verbinden diese mit der Materialvergabe. Die Suchaktion startet ab Mitte Februar und endet nach acht wöchentlichen Kontrolldurchgängen im April/Mai.

Um uns die Planung zu vereinfachen, bitten wir um Rückmeldung, wenn ihr (wieder) an der Aktion teilnehmen möchtet. Wir nehmen euch dann in den Email-Verteiler auf und halten euch über alle aktuellen Planungen auf dem Laufenden.

Wir freuen uns über zahlreiche Unterstützer.

Sabine Jantschke

Einführungsveranstaltung am Samstag, 8. Febr. von 10 bis 13 Uhr im KTM, Murnau (siehe Veranstaltungen)

Auerbergtunnel als Ausdruck falscher Verkehrspolitik droht das Loisachtal mit Blechlawinen zu fluten

BN sieht keine Chance auf eine erfolgreiche Klage

21.10.2019

"Auch im Verkehrsbereich muss endlich Klimaschutz betrieben werden. Daher fordern wir Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, alle Straßenneubauprojekte zu stoppen und die Projekte des Bundesverkehrswegeplans unter Klimaschutzgesichtspunkten neu zu bewerten. Dieses Straßenbaumoratorium muss auch den geplanten Auerbergtunnel umfassen", kommentiert der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner den Planfeststellungsbeschluss zum B2 Ausbau zwischen Eschenlohe und Oberau.

"Wir lehnen den Auerbergtunnel grundsätzlich ab, weil er den Weg für noch mehr Autos in das Loisachtal öffnet. Mensch und Natur sind die Leidtragenden", erklärt Axel Doering, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen. "Trotzdem werden wir auf eine Klage verzichten, weil es auf dem Klageweg nach aktueller Gesetzgebung und Rechtsprechung nahezu aussichtslos ist, eine falsche Verkehrspolitik zu korrigieren."

Der Auerbergtunnel ist nur ein Mosaikstein einer Straßenbauorgie im Loisachtal. Neben dem in Bau befindlichen Kramertunnel und der Tunnelumfahrung von Oberau ist auch ein Wanktunnel geplant. Zusätzlich wird derzeit auch noch ein neuer Anschluss der B23 an die B2 geplant.

Der BUND Naturschutz hat den Auerbergtunnel grundsätzlich abgelehnt, weil durch den Bau die Pförtnerfunktion des Autobahnendes bei Eschenlohe verloren geht und das Loisachtal mit noch größeren Blechlawinen fluten wird. Für den notwendigen Ausbau der parallel laufenden Bahnlinie ist dagegen leider kein Geld im Bundesverkehrswegeplan eingestellt. Der BN kritisiert diese falsche Verkehrspolitik aufs schärfste.

Für Rückfragen:

Thomas Frey
BN-Regionalreferent
Tel. 089 548298-64, 0160-95501313,
thomas.frey@bund-naturschutz.de

Biodiversität in ungenutzten Wäldern

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Seit Tausenden von Jahren nutzt der Mensch in Mitteleuropa die Ressource Holz und hat den Wald auf ca. ein Drittel seiner Fläche zurückgedrängt. In diesen verbliebenen Wäldern hat intensive Forstwirtschaft dazu geführt, dass heutzutage sehr viele Arten, welche an alte Bäume und Totholz gebunden sind, auf den Roten Listen stehen und in genutzten Wäldern fehlen.

 

Dr. Claus Bässler forscht seit vielen Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald, in dem seit nunmehr über 40 Jahren die forstliche Nutzung ruht. In dieser Zeit unterlagen die Wälder des Parks einer starken Dynamik durch Windwürfe und Borkenkäfer. Das großflächige Absterben der älteren Fichtenbestände entfachte eine intensive emotionale Diskussion bis hin zu Vorwürfen, die Strategie „Natur Natur sein lassen“ führe zu einer „ökologischen Wüste“. Am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald wird Dr. Bässler in seinem Vortrag "Biodiversität in ungenutzten Wäldern" beleuchten, welche Effekte das Naturschutzinstrument „Schutzgebiet“  auf die Entwicklung der Biodiversität hat.

 

 

 

Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky

Nachruf auf Ulrich Wotschikowsky
Am 30. August 2019 ist Ulrich Wotschikowsky nach langer schwerer Krankheit mit 79 Jahren verstorben.
„Der Wotsch“ fehlt uns, und das wird noch lange so bleiben. Ein Mann mit Herz und Verstand, ein Wildbiologe mit Leib und Seele, ein begnadeter Redner und ein Mann mit Rückgrat. Ein ausgewiesener Wolfsexperte, der dieses Tier unermüdlich gegen Missverständnisse und Unterstellungen verteidigte aber auch die Sorgen und Bedenken der Landwirte anhörte und ernst nahm. Er war immer um einefaktenbasierte, ehrliche Auseinandersetzung bemüht und ließ sich von niemanden vereinnahmen.


Er hat sich immer für ein gutes Miteinander von Mensch und Wildtier eingesetzt und es war ihm ein großes Anliegen, auch umstrittenen Wildtieren, wie dem Wolf, wieder einen Platz in unserer Kulturlandschaft einzuräumen. Auf die wiederholt gestellte Frage „Brauchen wir den Wolf?“ antwortete er sinngemäß „Wir brauchen auch keinen Enzian und kein Edelweiß und keine Opern und Kunstwerke. Aber die Welt wäre ärmer ohne sie. Außerdem, wie können wir es uns erlauben, die Schöpfung in Frage zu stellen?“, zitiert ihn sein Sohn.

Der Wotsch ist gegangen, nun wird der Wolf ohne ihn kommen müssen.
Ingrid Geiersberger

 

 

 

Aktuelles

08.05.2019 - Nach zwölf erfolgreichen Jahren gab Dr. Rudolf Nützel die Führung der BN-Ortsgruppe "Murnau mit Umgebung" ab. Ich danke ihm für sein Engagement und sein Stehvermögen in Konflikten, die im Natur- und... weiter

16.12.2018 - Das alljährliche Christbaum schlagen erfreut sich von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. 28 wunderschöne Bäume stehen nun in den Wohnzimmerstuben und erfreuen kleine und große Herzen. Herzlichen... weiter

23.11.2018 - Am 23.11.2018 wählte die CIPRA (Internationale Alpenschutzkommission) unseren Kreisgruppen-Vorsitzenden Axel Doering zum neuen Präsidenten. Wir gratulieren recht herzlich! weiter

26.08.2018 - In diesem Jahr ging die Auszeichnung "Grüner Engel" an Martin Kleiner aus Oberammergau. Wir gratulieren recht herzlich! weiter

03.07.2018 - Die BN-Ortsgruppe "Oberes Loisachtal" veranstaltete mit Exkursionsleiter Martin Schneyder, Dipl.Biologe, eine Führung zum Bergbauernbetrieb von Familie Bartl in Vordergraseck. "Extensive... weiter

Die Moore im Loisachtal und deren Gefährdung durch Infrastrukturmaßnahmen (Trinkwasserprojekt München, Kramertunnel)

Exkursion am Schmölzer See und Abendvortrag mit Moorexperte Alfred Ringler am 5.Mai 2014 in Garmisch-Partenkirchen WEITER

Regionales Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten Forstbetrieb Oberammergau

"Strategien naturnaher Waldwirtschaft" vorgestellt am 4.April 2014 von Meinhard Süss Forstbetrieb Oberammergau bei einer Exkursion im Graswangtal

Exkursion ins Murnauer Moos

Moorwälder und Moorpaten

Exkursion mit Förster Fritz Maier (AELF Weilheim) zum "Langen Filz" ins Murnauer Moos und mit Moorpate Dr. Karl Herbrand ins Kleinaschauer Filz am 29.März 2014 WEITER